Heiden-Sushis


Schweren Herzens habe ich mich auf vielfachen Wunsch bereit erklärt ... *bedeutungsvolle Pause macht* ... die Neugier meiner lieben Mitbewohner auf der Ranch zu befriedigen (und auch die der widerlichen Schmarotzer... immerhin können sie wundervolle Grundlagen bilden), indem ich die Besonderheiten des Heiden-Sushis ausplaudere und auch einige ausgewählte Anschaulichkeiten präsentiere.

Einst, es muß irgendwann nach meinem Aufbruch gen Osten gewesen sein, durch den meine innige Freunschaft mit Fenrir zerbrach, kam es, daß ich auch in Japan landete. In Japan wurde die Kunst des Sushis, wie so vieles andere auch, noch verfeinert. Aber durch meine bloße Anwesenheit, die mich mit einigen lustigen Shinto-Mönchen zusammenbrachte (sie beten noch heute mich und meine Anverwandten an), entstand diese völlig neuartige Linie, die heute schon fast in Vergessenheit geraten ist. Oder sagen wir so ... sie wird schnöderweise ignoriert, was ich als eine riesige Unverschämtheit empfinde... deshalb veröffentliche ich sie ja...

Heiden-Sushis zeichnen sich dadurch aus, daß sie ... nun, wie soll ich mich am geschicktesten ausdrücken ... nicht nur aus Reis, konbu, irgendwelchem drögen, eingelegtem Gemüse und Fisch bestehen, sondern auch wundervolle ... fleischliche Zutaten enthalten. Desweiteren bestechen sie durch ein hohes Maß an Geschicklichkeit, indem sie in kunstvolle Elementeformen gedrängt werden, höchst sinnliche Seetangeinlegearbeiten beherbergen und auch sonst alle möglichen Schikanen des Unmöglichen aufweisen. Sozusagen ein wahres Freistil-Sushi-Feuerwerk... *sehr stolz dreinblickt*

Aus meiner Heimat hatte ich einige Spezialitäten mitgebracht. Es gründen sich ja dauernd irgendwelche Spinnergruppen, die irgendeinem uralten, wohl schon ausgelatschtem Weg folgen ... ich krieg das nie zusammen, was auch immer ... Fakt ist, diese ... äh ... Mitglieder eignen sich hervorragend als Grundlage für die wilden Sushikreationen. Ob es nun Zutaten wie zertrommeltes Druidenhirn betrifft oder die allseits beliebten Junghexenaugen für Augen-Sushis, die nur nach einer durchzechten Nacht genommen werden dürfen, damit sie noch schön blutunterlaufen sind, ganz egal, in dieser Richtung sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Ich nenne diese Zutatenspender auch Schmarotzer, denn Schmarotzer dürfen für und in alles verwendet werden. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz in meinen Kreisen ...

Ich verwende natürlich auch höchst heilige Symbole, um die Schmarotzer auf ihre Art zu ehren. In diese Kategorie fallen Pentagramm-Sushis, die man für alle Anlässe nehmen kann, gerade auch dann, wenn einem kein Grund einfällt. Elemente-Sushis, die oft (nicht immer, schließlich kommt es auf das Element an) in dreieckiger Form geeckt oder gerollt oder sonstwas werden; die kann man gut nehmen, wenn es mal wieder regnen oder ein schönes Feuer die Häuser der Feinde vernichten soll... Das Spiral-Sushi, welches den immerwährenden Kreislauf von Sushi machen und Sushi essen darstellt. So interpretiere ich es jedenfalls... Es hatte wohl auch was mit Frauen zu tun, aber da bin ich überfragt... Und zu guter Letzt das Floral-Sushi, das irgendeinen wuchernden Wachstumsprozeß irgendeiner Göttin darstellen soll, irgendwas Lebensspendendendes glaub ich ... ich finde Sushis sehr lebensspendend, weshalb ich letzteres Motiv besonders gern verwende. Außerdem ist es besonders reichhaltig.

Es gibt natürlich noch vieles mehr, aber es sei mir verziehen *drohend in die Runde blickt*, daß ich nicht alles aufführe. Aber eins kann ich versprechen, Heiden-Sushis befriedigen nicht nur den Appetit, sondern auch den Geist, denn durch das liebevolle Herstellen der Sushis in absoluter Meditation wird die Welt wieder ins Gleichgewicht gebracht. Meinen lieben Mönchs-Freunden hat es stets gemundet, und sie gehören zu meinen angenehmsten Freunden, da sie bestrebt sind, täglich wieder und wieder gute Taten zu vollbringen ... *ergriffen schaut*



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